Weihnachtsbrief 2021
Ein kleines Pflänzchen Hoffnung ...
gute Nachrichten kommen aus Benin, besonders aus unserem Projekt „Maria, Mutter der Verlassensten“ in Adjarra. Das Team der häuslichen Krankenpflege ist in den meistens weit verstreut liegenden Häusern oder Hütten der Menschen sehr willkommen und wird oft dringend erwartet, denn inzwischen sind viele persönliche Kontakte zwischen unseren Krankenschwestern und -pflegern sowie der verarmten ländlichen Bevölkerung entstanden. Vertrauen ist gewachsen, besonders nachdem die Menschen erleben, dass unsere Hilfe kontinuierlich erfolgt und wir immer für sie und ihre Sorgen und Nöte da sind.

Vor etwa drei Jahren wurde unsere Krankenschwester Lea durch Nachbarn auf die Not von Josette aufmerksam gemacht, die gerade Zwillinge geboren hatte. Josette ist HIV-positiv, ihr Mann (selbst HIV-positiv) verließ sie, nachdem das Ergebnis des Tests bekannt wurde. Josette war mit der Versorgung der Babys total überfordert und wusste nicht mehr ein noch aus, besonders da sie drei weitere Kinder zu versorgen hat. Alle Kinder und auch Josette waren unterernährt.
Am nächsten Tag besuchte unsere Schwester Lea die Familie und erklärte Josette, wie sie mit angereicherter Trockenmilch, die wir ihr zur Verfügung stellen, die beiden Babys ernähren kann. Josette war überglücklich und holte seither zusätzlich regelmäßig ein Lebensmittelpaket mit Grundnahrungsmitteln für sich und die größeren Kinder beim Team des Gesundheitshauses ab.
Josette geht es inzwischen gesundheitlich gut, sie nimmt ihre Medikamente und hat ihren Lebensmut wiedergefunden. Seit fast einem Jahr gehört sie zu einer Gruppe von alleinerziehenden jungen Frauen, die auf unserem Gelände im Zentrum einen Gemüsegarten angelegt haben.
Gemeinsam mit den Auszubildenden der Schneiderei pflanzen sie dort Gemüse und Früchte an, die sie nach der Ernte auf dem Markt verkaufen. So erzielen die Frauen ein eigenes Einkommen für sich und ihre Kinder. Die kleine Gemeinschaft wächst und unterstützt sich gegenseitig. Mit dem Gemüse und den Früchten wächst auch die Freude und der Mut der jungen Frauen. Ernte im besten Sinne!
Viel gibt es noch zu berichten aus diesem schwierigen Jahr, das auch in Benin vom Corona-Virus beeinflusst war. Seit zwei Monaten stellt die Regierung Impfdosen zur Verfügung, so dass unsere MitarbeiterInnen sowie die chronisch Kranken inzwischen geimpft werden konnten. Vor ein paar Tagen erhielten wir von den Gesundheitsbehörden die Genehmigung, ab Dezember im Gesundheitshaus Impfungen durchführen zu dürfen, worüber wir uns sehr freuen, sind doch dann die oft mangel- und unterernährten Patientinnen besser geschützt.
ln der Ausbildungsschneiderei beendeten auch in diesem Jahr drei junge Frauen ihre Ausbildung erfolgreich und konnten sich mit den von uns zur Verfügung gestellten Nähmaschinen etc. eine eigene kleine Existenz aufbauen.
Viele hundert Kinder besuchen täglich die ALODO-Schulen, unter ihnen inzwischen 42 gehörlose Kinder in einem eigenen kleinen Projekt.
Aus vielen kleinen Pflänzchen der Hoffnung sind schon starke Pflanzen geworden, die bereits Früchte tragen, jedoch kommen täglich neue Hoffnungssuchende zu uns und bitten um Hilfe.
Für all das Gute, das wir mit Ihrer Unterstützung wirken konnten, sagen wir Danke und wünschen Ihnen eine besinnliche und gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ganz viel Hoffnung für ein gutes Jahr 2022.
Ihre
Brigitte Schmöle
1. Vors.