Weihnachtsbrief 2019
Françoise steht auf seinen kleinen Beinen! Das stille Lächeln seiner Großmutter Justine geht mir ins Herz ...
Noch vor ein paar Monaten wurde das Team unserer häuslichen Krankenpflege im Projekt „Maria, Mutter der Verlassensten“ in Adjarra von Nachbarn zur Hütte von Justine geführt. Justine war voller Verzweiflung und legte unter Tränen das kleine Bündel Mensch in die Arme unserer Krankenschwester Audrey, denn sie fühlte sich nicht stark genug, für das Baby zu sorgen. Audrey versuchte Justine zu trösten und erfuhr, dass wenige Tage zuvor deren Tochter Marie-Joe an Aids gestorben war und den gerade sechs Wochen alten Françoise als Waisenkind zurück ließ. Tibor, Marie-Joes Mann und Vater des kleinen Babys, starb fünf Monate zuvor ebenfalls am Virus.Was sollte nun werden? Audrey erklärte Justine, wie man mit angereicherter Trockenmilch das Baby ernähren kann und dass sie und ihr kleiner Enkel von nun an durch unser Team betreut würden.
Jetzt, 10 Monate später, ist Françoise – unser Sonnenschein – ein kräftiger Junge geworden, der unsere Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter jeweils mit einem fröhlichen Quietschen begrüßt und die ersten, noch etwas wackeligen Schritte ins Leben geht.
Vor 20 Monaten haben wir den Dienst der häuslichen Krankenpflege mit einer Krankenschwester und einem Krankenpfleger aufgenommen. ln den Hütten der Dörfer finden wir unbeschreibliche, oft schamhaft verborgene Not. HIV ist ein großes Problem und ein riesiges Tabu dazu. Viele und Kinder sind mangelernährt. Im genannten Zeitraum starben neun der betreuten Mütter und hinterließen 32 Kinder, von denen die meisten zu Waisenkindern wurden, da die Väter bereits verstorben sind. Einige
Kinder wurden von ihren Vätern verlassen.
Die Gefahr, dass Waisenkinder für Sklavenarbeit, Prostitution und kultische Zwecke über die nahe Grenze nach Nigeria verkauft werden, ist sehr groß. Dagegen kämpfen wir mit ganzer Kraft und unterstützen die Familien, oftmals sind es die Großeltern der Kinder, die bereit sind, diese bei sich aufwachsen zu lassen, wenn wir sie dabei unterstützen.
ALODO übernimmt die Ernährungskosten, sorgt für die gesundheitliche Versorgung, trägt die Kosten für den Schulbesuch und das Schulmaterial. Das Pflegeteam kümmert sich regelmäßig um die Kinder und ihr Umfeld.
Im Gesundheitshaus des Zentrums betreuen weitere Krankenschwestern und Krankenpfleger die ständig steigende Zahl der Kranken, die aus ärmsten Verhältnissen kommen und sich den Besuch einer Krankenstation sonst nicht leisten könnten. Regelmäßig finden Impfaktionen statt.
Unsere tägliche Arbeit in den unterschiedlichen Projekten, die durch Ihre Unterstützung erst ermöglicht wird, trägt vielfältige Früchte!
Mit viel Hoffnung und Dankbarkeit im Herzen wünsche ich Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit sowie alles Gute für 2020.
Ihre
Brigitte Schmöle
1. Vors.